Das etwas andere Hobby 

 

Ein Teil der Mitglieder des SAV Kramsach (Foto: SAV Kramsach)


Seit zwölf Jahren treffen sich in Kramsach Menschen, die ein gemeinsames Hobby haben: Sie sind im Soft Air Verein Kramsach und leben die Strategie im Sport und im Spiel aus.

Ob gleißende Hitze, stürmischer Regen oder erbarmungslose Kälte: Die Herren und Damen des Soft Air Vereins Kramsach sind bei jedem Wetter bereit, in den fiktiven Kampf zu ziehen. Vor zehn Jahren wurde der Verein SAV Kramsach von Obmann Dominic Gloiser gegründet. „Es hat eigentlich alles als Jux begonnen. Wir haben uns kleine Soft-Guns gekauft und damit geblödelt. Mit der Zeit haben wir allerdings immer mehr recherchiert und dann ist die Truppe schnell angewachsen. Aus den drei, vier juxenden Jugendlichen wurde innerhalb von wenigen Jahren ein Verein mit bis zu 42 Mitgliedern“, beschreibt Gloiser die Anfänge des Kramsacher Vereins. Auch jetzt ist der Verein jederzeit offen für neue Mitglieder. „Es ist für jedes Talent etwas dabei. Jeder hat seine Stärken, die er einsetzen kann. Die einzigen Voraussetzungen sind die Volljährigkeit und die Teamfähigkeit“, erklärt der Obmann weiter.

Soft Air als Sport

Worum geht es nun eigentlich? Die Mitglieder treffen sich mit bis zu 1000 anderen Gleichgesinnten bei großen, internationalen Wettbewerben. Dabei werden sie alle gemeinsam in Fraktionen eingeteilt, in denen sie gewisse Ziele erreichen müssen. Diese Ziele sind höchst unterschiedlich. Um die Ziele erreichen zu können, werden fiktive Gefechte mit den Soft Air-Sportgeräten ausgefochten. „Ich möchte betonen, dass es sich dabei nicht um Waffen, sondern um Sportgeräte handelt. Sicherheitsmaßnahmen sind in unserem Verein sehr streng und es werden keine Ausnahmen akzeptiert“, betonen Obmann Gloiser und sein Stellvertreter Christian Lengauer unisono.


„Man kann sich das Ganze vorstellen wie ein taktisches Computerspiel im echten Leben. Kompetenzen wie Tarnung, Kommunikation und Zielsicherheit sind in diesem taktischen Spiel gefragt. Die Koordination ist alles. Aber das Wichtigste ist die Teamfähigkeit und die Kameradschaft. Wenn ein schwächeres Glied dabei ist, wird es unterstützt und nicht niedergemacht“, erklärt Lengauer, worauf es ankommt. 

Die Sportgeräte sehen zwar aus wie echte Waffen, haben aber ein anderes Innenleben. „Für uns ist es sehr wichtig, dass wir Bio-Kugeln verwenden. Diese werden aus gepresster Maisstärke hergestellt und verrotten mit der Zeit. Dadurch bleibt kein Plastik im Wald liegen“, erklären die Vereinsmitglieder.

Die Sportart ist bei vielen eher verschrieen und wird mit „fanatischen Kriegsspielern“ in Verbindung gebracht. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. „Wir bestehen auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Thematik und der Sportart. Alle unsere Turniere sind beim Amt angemeldet. Wir betreten nur Grundstücke, wenn wir mit dem Eigentümer darüber vorher verhandelt haben“, stellt Obmann Dominic Gloiser klar. Für die Spielfelder werden auch immer wieder neue Grundstücke und Waldabschnitte gesucht, auf denen die Turniere stattfinden können.

Der SAV Kramsach ist stark in das Dorfleben integriert, obwohl die Mitglieder von überall her kommen. 

Auch beim Kramsacher Dorffest im August wird der Verein wieder mit einem Stand vertreten sein.

SAV Kramsach 
Soft Air Verein
Obmann: Dominic Gloiser

Bei Interesse: Interessierte können sich gerne auf der Homepage informieren oder sich direkt bei den Vereinsmitgliedern melden




ROFAN KURIER

GEFECHTS-ÜBUNG MIT DEM SOFT-AIR-VEREIN KRAMSACH


Sie erinnern an die "Wolverines" aus "die rote Flut" mit Patrick Swayze: Mit ihren Soft-Air-Waffen und individuell zusammengestellten Outfits streifen sie durch die Wälder des Tiroler Unterlandes... Der ROFAN-KURIER hat den Soft-Air-Verein Kramsach bei einem Winter-Training besucht.

Tirol/Kramsach - Wer den Begriff "Soft-Air" oder "Soft-Gun" hört, denkt an ein paar Kinder mit Plastik-Pistolen, die damit vielleicht Nachbars Katze ärgern... Dass es hier richtige Vereine von Erwachsenen gibt, wissen viele nicht. Diese Vereine werden professionell geführt und trainieren nur auf behördlich genehmigten Trainings-Gebieten. Auch der Umwelt-Schutz ist den Mitgliedern wichtig. "Ein Training schaut so aus, dass wir etwa um 9:00 Uhr am Gelände sind und dann teils bis 16:00 Uhr und länger Übungen und Szenarien durchspielen", erklärt Dominic Gloiser, der Obmann des Soft-Air-Verein Kramsach.
Gegründet wurde der Verein bereits 2005. Heute zählt er 14 aktive Mitglieder, darunter auch Frauen. In Kramsach und in Münster gibt es Wald-Gebiete, die der Verein zum Üben nutzt, auch mit anderen Vereinen. "Die Eigentümer haben zugestimmt. Schließlich gibt es keinen Lärm. Und der Verein räumt den Wald sauber auf. Jedes Training wird der Polizei gemeldet. Die Aktivitäten sind mit den Gemeinden abgestimmt", erklärt Gloiser.


Der Soft-Air-Verein Kramsach nimmt an internationalen Szenarien teil. Teilweise sind über 1.500 Spieler dabei.

Umweltschutz wichtig

Wer denkt, dass hier Plastik-Kugeln verballert werden, liegt falsch: Hier kommt nur reine Mais-Stärke in den Lauf. Die verrottet völlig rückstands-frei. Die Munition aus Mais-Stärke düngt sogar ein wenig den Wald-Boden... Lärmbelastung gibt es keine. Mit einem leisen "Blob" verlassen die Mais-Stärke-Kugeln den Lauf. Und auch sonst geht das ganze leise vor sich.

"Sicherheit geht vor"

Mit bis zu 180 m/s verlassen die Mais-Stärke-Kugeln den Lauf. Beim Auftreffen auf die Kleidung spürt man einen leichten Schnipser, je nachdem, wie viele Lagen  Kleidung man gerade trägt. Trotzdem geht hier Sicherheit vor: Jeder Spieler trägt eine Schutzbrille. Während des Trainings oder "Spiels" werden an allen Wegen, die in das Gelände führen, Hinweistafeln aufgestellt. "Wenn trotzdem jemand in unseren Bereich kommt, wird sofort abgebrochen. Aber meist sehen uns die Leute nicht mal...", erklärt Dominic.

Anfeindungen und Anzeigen

In der Vergangenheit wurde der Verein schon mehrmals von einzelnen Kramsachern angezeigt. "Die Polizei muss dem dann nachgehen und war schon 7 oder 8 mal bei einem Training vor Ort. Da aber alles gemeldet, genehmigt und behördlich registriert ist, gibt es hier keine Probleme."



Sie sind alle Erwachsen, haben normale Jobs... Was macht für sie den Reiz beim Soft-Air spielen aus?

Una ist seit 6 Jahren im Verein. Sie sagt zum ROFAN-KURIER: "Mich begeistert die Taktik und das Zusammenspiel... Man ist den ganzen Tag draußen in der Natur, man hat was getan, wenn zurück kommt." Christian: "Mir gefällt die Kameradschaft  – dass man gemeinsam etwas unternimmt." Richi ist Una's Freund: "Ich bin über sie zum Verein gekommen. Mich interessiert die Technik dahinter ... und das arbeiten im Team, das Fair-Play." Stefan: "Viele Erwachsene in unserem Alter sitzen immer vor dem Fernseher oder vor dem PC... ich finde das hier besser." Und der Obmann ergänzt: "Soft-Air-Vereine bieten zudem einen behördlich genehmigten Rahmen für das Spiel, ohne dass hier öffentliches Ärgernis entsteht. Tausende kaufen Soft-Air-Geräte... Es wäre besser, sie nutzten sie in einem Verein..."